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Rückblick · Weltmeisterschaft beendet

DeutscheCable-Wakeboard-Nationalmannschaft

Vom 8. bis 15. August 2026 kämpfen rund 175 Athletinnen und Athleten aus 29 Nationen im Shunyi Olympic Cable Park um die Weltmeistertitel. Deutschland ist mit 20 Starterinnen und Startern vertreten.

Die Weltmeisterschaft 2026 in Peking ist beendet.

Alle Uhrzeiten in Ortszeit Peking (CST, UTC+8) und deutscher Zeit (MESZ). Peking ist 6 Stunden voraus.

Für deutsche Redaktionen: Peking liegt sechs Stunden vor der mitteleuropäischen Sommerzeit – die Entscheidungen fallen hierzulande mitten in der Nacht, bleiben dabei aber am selben Kalendertag. Die ersten beiden Wettkampftage am 10. und 11. August begannen wegen der Wettervorhersage vorgezogen um 7 Uhr Ortszeit (1 Uhr MESZ), der 12. August entfiel wegen einer staatlichen Unwetterwarnung. Die Tage vom 13. bis 15. August begannen jeweils um 9 Uhr Ortszeit (3 Uhr MESZ): am 13. August die LCQs, am 14. August die Halbfinals und die ersten Finals, am 15. August die restlichen Titelentscheidungen. Der Abschlussabend begann um 19 Uhr Ortszeit (13 Uhr MESZ). Die Endstände stehen im Bereich Ergebnisse.

Blog aus Peking

Tagesberichte

Jeden Tag ein kurzer Bericht aus Peking – bislang von Anreise, Ankunft und Training. Ab dem Beginn der Qualifikationen am 10. August kommen die Ergebnisse hinzu. Für die redaktionelle Übernahme freigegeben.

Kyra Hartan mit Startnummer 094 und rosafarbenem Helm, nass und lachend auf dem Ponton am Wasser, wird nach ihrem Finallauf von zwei jungen Frauen in Empfang genommen – eine davon in der Jacke des deutschen Teams.Tag 5

Dreimal Gold, fünf Medaillen: Deutschland beendet die WM als Zweiter der Nationenwertung

Der letzte Wettkampftag der Cable-Wakeboard-Weltmeisterschaft in Peking hat dem deutschen Team drei Weltmeistertitel gebracht. Kyra Hartan, Julia Rick und Max Milde gewannen ihre Klassen, Jan-Luca Schulz holte Silber, Nike Hauser Bronze. Fünf Medaillen an einem Tag – und am Ende Platz zwei in der Nationenwertung hinter Italien.

Den Anfang machte Kyra Hartan. Um 4:59 Uhr MESZ setzte die 17-Jährige im Wakeskate-Finale der U18 Women 77,33 Punkte und wurde Weltmeisterin – zu diesem Zeitpunkt stand ihr Titel bereits fest, weil ihre 60,00 Punkte aus dem ersten Lauf von keiner Konkurrentin überboten worden waren. Die ausführliche Meldung und ein Interview stehen weiter unten auf dieser Seite.

Die zweite Medaille holte Nike Hauser im Wakeboard der U18 Women, und sie musste dafür weit zurückkommen. Nach dem ersten Durchgang lag die Fahrerin vom Heimathafen Badesee in Düren mit 34,67 Punkten auf dem letzten Platz des sechsköpfigen Feldes. Im zweiten Durchgang eröffnete sie und steigerte sich um mehr als zwanzig Punkte auf 55,00. Danach hieß es warten: Erst als Uliana Borodina als vorletzte Starterin 1,67 Punkte darunter blieb, war Bronze sicher. Den Titel gewann Eva Del Gobbo (Italien) mit 64,67 Punkten vor Eva Rivierre (Frankreich, 57,67). Hauser hatte sich erst über den Hoffnungslauf ins Finale gefahren – dort war sie mit 60,67 Punkten die Beste aller zwölf Starterinnen gewesen.

Bei den U18 Men verpasste Titelverteidiger Jan-Luca Schulz das Gold um 2,33 Punkte. Der 16-Jährige eröffnete mit einem herausragenden ersten Lauf: 79,67 Punkte, die beste Wertung des gesamten Durchgangs. Im zweiten Durchgang konterte der Ukrainer Danylo Kleshchar mit 82,00 Punkten – ausgerechnet jener Fahrer, der 2024 in Paris hinter Schulz Zweiter geworden war. Ein Unbekannter ist Kleshchar im deutschen Wakeboard ohnehin nicht: Er trainiert an der Anlage im hessischen Marburg und ist gemeinsam mit dem deutschen Team nach Peking gereist. Als Letzter des Feldes hatte Schulz die Wahl zwischen dem sicheren Silber und dem Angriff – und ging volles Risiko auf den Titel. Der Lauf, der Gold gebracht hätte, endete im Sturz. Es bleibt Silber für den Titelverteidiger. Hoch einzuschätzen ist das Ergebnis von Simon Kamlage: Er fuhr das Finale mit einer Rückenverletzung und wurde mit 57,00 Punkten aus dem ersten Lauf Vierter der Welt. Im zweiten Durchgang stürzte auch er, zur Bronzemedaille von Filippo Frasson (Italien, 70,00) fehlten ihm 13 Punkte. Unter diesen Voraussetzungen ein sehr starkes Ergebnis.

Wie hoch das Niveau in dieser Altersklasse inzwischen ist, zeigt der Blick auf den gesamten Wettkampf: Acht der zwölf höchsten Wakeboard-Wertungen der gesamten WM stammen aus der U18 der Männer. Die absolute Bestmarke setzte Filippo Frasson mit 85,00 Punkten im Hoffnungslauf am Donnerstag.

Am Nachmittag folgte der Titel von Julia Rick. Bei den Open Women führte sie schon nach dem ersten Durchgang mit 57,67 Punkten und legte im zweiten 62,00 Punkte nach – der höchste Wert des Finales. Zweite wurde die Österreicherin Mariella Flemme mit 53,67 Punkten. Für Rick ist es der vierte WM-Titel der offenen Klasse nach 2016 in Mexiko, 2019 in Buenos Aires und 2022 in Bangkok; dazu kommt der Titel bei den Junioren 2012. In Paris war sie 2024 noch Zweite geworden.

Das letzte Finale des Tages wurde das spannendste. Max Milde fuhr bei den Open Men im ersten Durchgang als Letzter 78,67 Punkte und damit den Bestwert. Im zweiten Durchgang stürzten vier seiner fünf Konkurrenten – bis Gavin Stuckey aus den USA auf 78,00 Punkte kam. 0,67 Punkte fehlten dem Amerikaner. In dem Moment stand der Titel fest. Als letzter Starter der Weltmeisterschaft ging Milde trotzdem noch einmal aufs Wasser und stürzte. Milde wohnt in Duisburg und trainiert unter anderem in Beckum bei Teamtrainer Aaron Armborst, der die dortige Seilbahn betreibt und in Dortmund lebt. Für den 24-Jährigen ist es nach 2022 in Thailand der zweite WM-Titel der offenen Klasse; bei der WM 2024 war er Sechster geworden.

In der Nationenwertung beendet Deutschland die Weltmeisterschaft mit 9.758 Punkten auf Rang zwei hinter Italien (12.825) und vor Thailand (7.392). Zwei Jahre zuvor in Choisy-le-Roi hatte das Team ebenfalls fünf Medaillen geholt, damals aber nur einen Titel und Rang drei der Nationenwertung. Die Bilanz von Peking fällt damit deutlich besser aus: dreimal Gold, einmal Silber, einmal Bronze.

Für Redaktionen: Die vollständigen Wertungen aller Läufe sind im offiziellen Ergebnisdienst einsehbar (score-now.events, Wettkampfcode 26IWWF07). Ein Exklusivgespräch mit Max Milde, vier Tage nach dem Titel in Beckum geführt, und das Interview mit Kyra Hartan stehen im Bereich Interviews. Offizielle IWWF-Bilder des Finaltags (15. August) und der Abschlussfeier mit Team D: IWWF-Fotoalbum (Filter „8月15日“). Bildnachweis: IWWF / 2026 Shunshang Group World Cable Wakeboard & Wakeskate Championships. Weitere deutsche Fotos in der Mediathek. Druckauflösung, O-Töne und Interviewwünsche über den Pressekontakt.

  • 1.Kyra HartanU18 Women Wakeskate · 77,33 Punkte – Weltmeisterin
  • 1.Julia RickOpen Women Wakeboard · 62,00 Punkte – Weltmeisterin
  • 1.Max MildeOpen Men Wakeboard · 78,67 Punkte – Weltmeister
  • 2.Jan-Luca SchulzU18 Men Wakeboard · 79,67 Punkte – Silber, 2,33 Punkte hinter Gold
  • 3.Nike HauserU18 Women Wakeboard · 55,00 Punkte – Bronze
  • 4.Simon KamlageU18 Men Wakeboard · 57,00 Punkte
  • 2.NationenwertungDeutschland · 9.758 Punkte hinter Italien (12.825), vor Thailand (7.392)
2 Bilder dieses Tages
Kyra Hartan mit Startnummer 094 und rosafarbenem Helm, nass und lachend auf dem Ponton am Wasser, wird nach ihrem Finallauf von zwei jungen Frauen in Empfang genommen – eine davon in der Jacke des deutschen Teams. Rechts im Bild liegt ihr Wakeskate.Tag 5

Kyra Hartan ist Weltmeisterin – erste deutsche Medaille der WM ist Gold

Kyra Hartan ist Weltmeisterin. Im Finale der U18 Women im Wakeskate gewann die 17-Jährige vom WWC Reitbahnsee Neubrandenburg mit 77,33 Punkten und damit 23 Punkte vor der Belgierin Victoria Vander Veken. Es ist die erste deutsche Medaille dieser Weltmeisterschaft – und gleich der Titel.

Das Finale eröffnete den letzten Wettkampftag und war für 9 Uhr Ortszeit angesetzt, verzögerte sich aber deutlich. Hartan fuhr in beiden Durchgängen als Letzte. Im ersten Run legte sie 60,00 Punkte vor und egalisierte damit bereits ihre eigene Bestmarke. Vander Veken kam auf 40,00 Punkte, Eva Del Gobbo auf 30,00, Diletta Marinelli auf 10,00.

Die Entscheidung fiel im zweiten Durchgang – ohne dass Hartan dafür noch einmal fahren musste. Vander Veken steigerte sich auf 54,33 Punkte, blieb damit aber unter Hartans Vorlage aus dem ersten Lauf. In dem Moment stand der Titel fest. Als Letzte des Feldes ging Hartan trotzdem noch einmal aufs Wasser – und setzte 77,33 Punkte obendrauf.

Der Wert ist in mehrfacher Hinsicht bemerkenswert. Kein Wakeskate-Finale der U18 wurde bei dieser Weltmeisterschaft mit einem höheren Wert gewonnen – bei den U18 Men siegte der Tscheche Vojta Vomacka mit 73,00 Punkten. Und es ist mit Abstand Hartans bester je gewerteter Wakeskate-Lauf: Ihre bisherige Bestmarke lag bei 60,00 Punkten – jenem Wert, den sie schon im ersten Finallauf erreicht hatte.

Dazu kommt eine Pointe, die in den Ergebnislisten steht: Mit exakt 77,33 Punkten hatte die Spanierin Ane Armas bei der WM 2024 in Choisy-le-Roi den Titel geholt – in jenem Finale, das Hartan mit 50,67 Punkten als Zweite beendete. Zwei Jahre später fährt sie auf die Kommastelle genau denselben Wert, diesmal als Siegerin. Auch Vander Veken stand damals schon mit auf dem Podium, als Dritte.

Der Weg zum Titel begann am ersten Wettkampftag: Hartan hatte die Qualifikation am 10. August mit 56,00 Punkten gewonnen, nach 50,00 im ersten Lauf. Das Feld umfasste vier Fahrerinnen, die alle das Finale erreichten. Die Wakeskate-Finals der U18 hatte der Veranstalter wegen der ausgefallenen Wettkampftage auf den Samstag verschoben.

Hartan kam als Weltranglistenerste der U18 nach Peking. Zum Wakeboarden kam sie über ihren Vater, der sie als Achtjährige auf der Anlage am Reitbahnsee aufs Brett stellte; lange betrieb sie parallel Judo und wurde dort mehrfach Landesmeisterin in Mecklenburg-Vorpommern. Ihre erste WM fuhr sie 2022 in Thailand, damals im Wakeboard der U14 auf Rang zehn. Der Titel in Peking fällt in ihr letztes U18-Jahr – am kommenden Freitag wird sie 18.

Für Redaktionen: Ein ausführliches Interview mit Kyra Hartan steht im Bereich Interviews dieser Seite. Die vollständigen Wertungen aller Läufe sind im offiziellen Ergebnisdienst einsehbar (score-now.events, Wettkampfcode 26IWWF07). Bildmaterial in Druckauflösung, O-Töne und weitere Interviewwünsche über den Pressekontakt.

  • 1.Kyra HartanU18 Women Wakeskate · 77,33 Punkte – Weltmeisterin, erste deutsche Medaille der WM
2 Bilder dieses Tages

Schulz, Kamlage und Milde stehen im Finale – Zyla wird Fünfter der Welt

Der vierte Wettkampftag brachte die Halbfinals der U18 Men und der Open Men im Wakeboard und danach die ersten Titelentscheidungen. Sechs Deutsche waren im Einsatz, drei von ihnen stehen am Samstag im Finale.

Im Halbfinale der U18 Men setzte Jan-Luca Schulz gleich im ersten Lauf ein Zeichen: 71,00 Punkte, Sieg in seiner Gruppe und der zweitbeste Wert des gesamten Halbfinales – nur der Italiener Filippo Frasson lag mit 78,00 Punkten darüber. Simon Kamlage musste dagegen zittern. Nach 26,00 Punkten im ersten Lauf stand er unter Druck – und bewahrte die Nerven. Mit einem starken zweiten Lauf und 51,00 Punkten schob er sich auf Platz zwei der Gruppe. Weil je Gruppe die besten drei weiterkommen, sind beide im Finale.

Bei den Open Men gewann Max Milde sein Halbfinale mit 66,67 Punkten und zog als Gruppensieger ins Finale ein. Für seine beiden Teamkollegen war dort Schluss. Maximilian Bamler, der noch am Donnerstag seine LCQ-Gruppe gewonnen hatte, wurde mit 58,00 Punkten Fünfter seiner Gruppe und fehlte damit neun Punkte am letzten Finalplatz.

Bemerkenswert ist der Lauf von Florian Weiherer. Er fährt mit einer Fußverletzung und konnte in Peking praktisch nicht trainieren – und beendete die WM mit 44,00 Punkten trotzdem als Siebter der Open Men. Unter diesen Umständen ein sehr starkes Ergebnis.

Die erste Entscheidung mit deutscher Beteiligung fiel am frühen Nachmittag: Paul Zyla wurde im Finale der U14 Men mit 45,00 Punkten Fünfter der Weltmeisterschaft. Zum vierten Platz fehlten ihm 2,67 Punkte, zur Bronzemedaille fünf. Gold ging an Ian Sirigu (Italien) mit 63,33 Punkten. Für den 13-Jährigen war es die erste Weltmeisterschaft – internationale Starts hat er zwar schon in den Beinen, aber ein WM-Finale ist eine andere Bühne. Ein hervorragendes Ergebnis.

Am Samstag stehen dann alle verbleibenden Titel auf dem Spiel, und Deutschland ist in sechs Finals vertreten. Den Tag eröffnet Kyra Hartan im Wakeskate der U18 Women um 3:09 Uhr MESZ, es folgen Nike Hauser (U18 Women Wakeboard, 5:39 Uhr), Simon Kamlage und Jan-Luca Schulz (U18 Men, 6:27 und 6:33 Uhr), Julia Rick (Open Women, 8:44 Uhr) und zum Abschluss Max Milde (Open Men, 9:29 Uhr). Alle Startzeiten stehen im Zeitplan.

Von zuhause mitfiebern: Der Finaltag wird auf dem YouTube-Kanal des Weltverbandes IWWF live übertragen – youtube.com/@IWWFsport. Wer die Läufe live sehen will, muss früh aufstehen: Los geht es um 3 Uhr MESZ, das letzte deutsche Finale startet um 9:29 Uhr. Parallel laufen die Wertungen im Ergebnisdienst mit (score-now.events), Clips und Stimmen aus dem Team gibt es auf Instagram unter @wakeboard_team_germany. Jede Unterstützung aus Deutschland kommt in Peking an – drückt uns die Daumen!

  • FinaleJan-Luca SchulzU18 Men Wakeboard · 71,00 Punkte, Sieger Gruppe 2 und zweitbester Wert des Halbfinales
  • FinaleMax MildeOpen Men Wakeboard · 66,67 Punkte, Sieger Gruppe 2
  • FinaleSimon KamlageU18 Men Wakeboard · 51,00 Punkte, Zweiter Gruppe 2
  • 5.Paul ZylaU14 Men Wakeboard · 45,00 Punkte im Finale, erste Weltmeisterschaft
  • 7.Florian WeihererOpen Men Wakeboard · 44,00 Punkte trotz Fußverletzung und ohne Training
  • ausgeschiedenMaximilian BamlerOpen Men Wakeboard · 58,00 Punkte, Fünfter Gruppe 1

Bamler gewinnt seine LCQ-Gruppe – drei Deutsche im Halbfinale der Open Men

Nach dem verregneten Mittwoch lief der Shunyi Olympic Cable Park pünktlich um 9 Uhr Ortszeit (3 Uhr MESZ) wieder an. Auf dem Programm standen die LCQs – ein Lauf, keine Korrektur, danach ist entweder das Finale erreicht oder die WM vorbei. Sieben deutsche Starts verteilten sich über fünf Entscheidungen.

Der beste deutsche Moment gehörte Maximilian Bamler. Bei den Open Men im Wakeboard gewann er mit 64,33 Punkten seine Gruppe und zog als einer von sechs Gruppensiegern ins Halbfinale ein. Damit gehen am Freitag drei Deutsche in dieses Halbfinale: Bamler trifft dort auf seine Teamkollegen Max Milde und Florian Weiherer, die sich bereits am Dienstag direkt qualifiziert hatten.

Für die übrigen sechs endete die WM am Donnerstag. Bei den U18 Men im Wakeboard kam nur der jeweilige Gruppensieger weiter, und das machte die Sache eng: Morten Hansen fuhr mit 46,33 Punkten den zweiten Platz seiner Gruppe heraus, Max Hendrikse wurde mit 30,00 Punkten Dritter. Carlo Hüsing beendete den LCQ der Open Men mit 15,33 Punkten als Gruppendritter.

In den Disziplinen mit nur einer Gruppe zogen jeweils die besten zwei ins Finale ein. Emily Menges kam im Wakeskate der Open Women auf 15,00 Punkte und damit auf Rang drei.

Nico von Lerchenfeld lag im Wakeskate der Open Men früh im Lauf zurück und musste all in gehen, um noch Druck auf die Plätze davor aufzubauen. Der Plan ging nicht auf, am Ende standen 7,00 Punkte auf der Tafel. Vincent Salcher stürzte im Seated Wakeboard unglücklich am Kicker und blieb mit 19,00 Punkten deutlich unter seinen Erwartungen – in der Qualifikation hatte er noch 68,33 Punkte gefahren.

Am Nachmittag gab es für alle, die am Freitag und Samstag noch fahren, 45 Minuten Training – die letzte Gelegenheit, die Runs auf der Anlage zu sortieren, bevor es um die Medaillen geht.

Weiter geht es am Freitag um 9 Uhr Ortszeit (3 Uhr MESZ) mit dem Halbfinale der U18 Men, in dem Jan-Luca Schulz und Simon Kamlage stehen, gefolgt vom Halbfinale der Open Men. Am Nachmittag fällt mit dem Finale der U14 Men die erste Entscheidung mit deutscher Beteiligung: Paul Zyla fährt um Gold mit. Die Wakeskate-Finals der U18, in denen Kyra Hartan steht, hat der Veranstalter auf Samstag verschoben.

  • HalbfinaleMaximilian BamlerOpen Men Wakeboard · 64,33 Punkte, Sieger seiner LCQ-Gruppe
  • ausgeschiedenMorten HansenU18 Men Wakeboard · 46,33 Punkte, Zweiter seiner Gruppe
  • ausgeschiedenMax HendrikseU18 Men Wakeboard · 30,00 Punkte
  • ausgeschiedenVincent SalcherSeated Wakeboard Open Men · 19,00 Punkte nach Sturz am Kicker
  • ausgeschiedenCarlo HüsingOpen Men Wakeboard · 15,33 Punkte
  • ausgeschiedenEmily MengesOpen Women Wakeskate · 15,00 Punkte
  • ausgeschiedenNico von LerchenfeldOpen Men Wakeskate · 7,00 Punkte

Freier Tag zum Erholen – ab Donnerstag 9 Uhr geht es mit den LCQs weiter

Die staatliche Unwetterwarnung hat den Mittwoch aus dem Wettkampfkalender genommen – und dem deutschen Team damit einen freien Tag zur Erholung beschert. Nach zwei vollen Wettkampftagen mit Beginn um 7 Uhr Ortszeit kam die Pause zur richtigen Zeit.

Am Vormittag stand eine Recovery-Einheit im Gym mit Athletiktrainer Deni Miljkovic auf dem Programm. Am Nachmittag ging es dann noch einmal in die Stadt – Abstand vom Wettkampf, ohne dabei aus dem Rhythmus zu fallen.

Am Abend kam die Information der Offiziellen: Es geht am Donnerstagmorgen um 9 Uhr Ortszeit (3 Uhr MESZ) mit den LCQs weiter. Für den Nachmittag ist außerdem noch einmal ein Training für alle Finalistinnen und Finalisten angesetzt.

Sieben deutsche Starts stehen im LCQ an: Max Hendrikse und Morten Hansen bei den U18 Men im Wakeboard, Emily Menges und Nico von Lerchenfeld im Wakeskate der Open-Klassen, Vincent Salcher im Seated Wakeboard sowie Maximilian Bamler und Carlo Hüsing bei den Open Men im Wakeboard. Die genauen Startzeiten stehen in der Tagesvorschau im Zeitplan.

Das Team geht erholt und bereit in den Wettkampf.

Im Gespräch

Interviews

Gespräche mit Fahrerinnen und Fahrern des deutschen Aufgebots – aus dem Training, aus dem Teambus und zwischen den Läufen. Für die redaktionelle Übernahme freigegeben.

Max Milde im Training in Peking, den weißen Helm schließend, dunkelblaue Prallschutzweste, Blick zur Seite.

4 Tage danach – Max Milde nach seinem zweiten WM-Titel

Vier Tage nach seinem zweiten Weltmeistertitel sitzt Max Milde am TwinCable Beckum. Nicht am Ponton in Peking, sondern an der Anlage, an der er unter anderem trainiert – betrieben von Teamtrainer Aaron Armborst.

Am 15. August fuhr der 24-Jährige aus Duisburg im Finale der Open Men 78,67 Punkte. Als Gavin Stuckey im zweiten Durchgang auf 78,00 Punkte kam, stand der Titel fest: 0,67 Punkte Abstand, ohne dass Milde noch einmal hätte fahren müssen. Den zweiten Lauf wollte er trotzdem, stürzte früh. Direkt danach: Dopingkontrolle, Siegerehrung, Flughafen. Feiern kam nicht vor. Ankommen tut der Titel erst jetzt.

Es ist sein zweiter Titel der offenen Klasse nach 2022 in Thailand. 2024 in Paris war er Sechster geworden, 2025 holte er Silber bei den World Games. Das Exklusivgespräch der DWWV-Presse fand am 19. August in Beckum statt.

Vier Tage danach. Ist der Titel schon angekommen?

Ja, inzwischen kommt er immer mehr an. Direkt danach war es eher schwierig: Ich musste sofort zur Dopingkontrolle und konnte den Titel nicht richtig feiern. Von da direkt zur Siegerehrung und von der Siegerehrung direkt zum Flughafen. Das war ziemlich viel auf einmal – da konnte ich es nicht wirklich begreifen. Und je mehr Tage vergehen, desto mehr begreife ich es.

Nach dem ersten Finallauf standest du mit 78,67 vorn. Was ging dir durch den Kopf?

Nach dem Lauf dachte ich nur: Da sollte keiner mehr an mich rangekommen sein. Ich war eigentlich ziemlich sicher, dass jemand den Lauf seines Lebens fahren muss, um an meinen Run ranzukommen. Die ganze Zeit hatte ich im Kopf, dass ich hoffentlich keinen zweiten Lauf mehr machen muss.

Gavin Stuckey kommt auf 78,00. Hast du das gesehen, bevor du rausgegangen bist?

Als Gavins Wertung aus dem zweiten Lauf kam, sind alle zu mir gekommen und haben geschrien. Wir haben gefeiert, dass ich Weltmeister geworden bin. Das ist eigentlich immer das coolste Gefühl: wenn ich am Start stehe, alle umarme und feiere, dass ich gewonnen habe.

Als Gavins Wertung da war, warst du Weltmeister. Der zweite Lauf war der Glory Run. Was hast du dir vorgenommen?

Für den zweiten Lauf wollte ich an zwei Spots upgraden. Ich bin relativ früh gestürzt – ich war einfach so glücklich, dass ich gewonnen hatte, der Druck war weg. Nach der Landung habe ich neben die Hantel gegriffen, und dann war es vorbei. Wenn der Druck weg ist, ist es nicht mehr so wichtig, dass ich nochmal durchfahre oder wirklich konzentriert bin. Ich mache das mit dem Kopf irgendwo anders, weil ich weiß, dass es egal ist.

Drei Mal in dieser WM: erster Lauf zählt, zweiter Lauf Sturz. War das Absicht?

Bei mir ist das eigentlich immer so: Wenn der erste Lauf steht, fahre ich den zweiten selten durch. Ich muss nicht mehr, und irgendwo probiere ich vielleicht was aus – dann stürze ich einfach öfter. Aber das ist nicht schlimm. Es kommt immer darauf an, ob ich liefere, wenn ich muss.

Kyra Hartan und Julia Rick hatten Gold, bevor du gefahren bist. Was macht das mit einem?

Das hat mich natürlich motiviert, weil ich das auch wollte. Julia und ich machen uns oft gegenseitig nach – und als sie direkt vor mir Gold geholt hat, hat mich das erst recht angeschoben. Dann dachte ich: Na gut, dann mache ich das jetzt einfach. Zum Glück hat es geklappt.

2022 der erste Titel. Ist der zweite anders?

Der erste Titel hat sich besonders angefühlt, weil es der erste war – der, für den ich mein ganzes Leben gearbeitet habe. Über den zweiten habe ich mich auch sehr gefreut, weil ich das nochmal bestätigt habe. Zweimal Weltmeister, das können nicht viele. Für mich war es etwas ganz Besonderes, dass ich es nochmal geschafft habe.

2024 wurdest du Sechster. Was ist seitdem anders?

2024 in Paris wurde ich Sechster, weil ich zweimal gestürzt bin. Pech, das kann passieren. Vielleicht war ich auch nicht so fit. Für mich war es blöd, dass ich den ganzen Tag aufs Finale warten musste. Ich glaube, ich bin ruhiger geworden und habe daraus gelernt. Aus Niederlagen lerne ich mehr als aus Siegen. Deshalb war ich mental besser vorbereitet als für Paris.

Vor der WM hast du nach den vielen Kickers einen Trainingstag ausgelassen, weil der Rücken nicht mitgemacht hat. Wie knapp war das?

Ich hatte Rückenprobleme, weil die Belastung einfach zu groß war. Zum Glück konnten wir das mit unserem Athletiktrainer ein bisschen behandeln. Fahren konnte ich ohne Probleme, aber es hat viel Behandlung gebraucht.

Wir sitzen hier in Beckum. Was hat diese Bahn mit dem Titel zu tun?

Ich habe hier viel trainiert und bin hier in Beckum auch im Verein. Deshalb hat die Bahn viel mit dem Titel zu tun: Ich bin hier viel unterstützt worden. Danke.

Maximilian Bamler raus, Florian Weiherer Siebter trotz Verletzung. Wie fährt man das Finale allein?

Wenn ich allein im Finale bin, habe ich ein bisschen mehr Druck, weil die ganze Hoffnung auf mir liegt. Aber Flo [Florian Weiherer] war an meiner Seite: Er hat mich motiviert, unterstützt, und wir haben über meine Runs gesprochen. Er ist einer meiner besten Kumpels. Deshalb habe ich das Finale allein ganz gut hinbekommen.

Was sagst du denen, die zu Hause vor dem Livestream saßen?

Für die Leute vor dem Livestream: Ich glaube, da sind nicht alle Emotionen so rübergekommen wie vor Ort. Ihr merkt nicht, wie das Wetter war, wie alles aufgebaut war, wie das Layout war. Das ist immer ein großer Punkt. Wenn ihr den Livestream schaut, wisst ihr nicht, wie schwer oder wie leicht es wirklich ist, auf dem Lift zu performen. Das ist für mich das Wichtigste.

Was kommt als Nächstes?

Als Nächstes kommt die Europameisterschaft in Belgien. Darauf bereite ich mich bald vor – auch mit einem Trainingslager in Belgien, kurz davor.

Gibt es noch Ziele, die offen sind und die du erreichen willst?

Ein Ziel wäre Gold bei den World Games – letztes Jahr habe ich dort Silber geholt. Und in Karlsruhe würde ich gerne eine Goldmedaille gewinnen. Wenn das schon das Ziel ist: Warum nicht zum dritten Mal Weltmeister werden.

Du machst mit deinem Freund Florian eine neue App im Sportbereich. Was ist da genau geplant?

Ja, wir haben eine App gebaut, um Verbände und Vereine an einem Ort zu organisieren: Training, Maßnahmen planen und buchen, Verwaltung, Tests für die Athleten – alles, was wir für Profisport brauchen. Bei der Weltmeisterschaft haben wir sie zum ersten Mal eingesetzt. Die Zeitpläne waren drin, die Kommunikation lief darüber. Wir brauchen keine WhatsApp-Gruppen mehr. Trainingsplan, Verletzungen, Chat, Termine von den Physiotherapeuten, Umfragen – alles über eine App. Das Ziel ist, dass wir sie bei der Europameisterschaft in Belgien komplett nutzen und dass sie voll in den DWWV integriert ist. Damit bereiten wir uns auch schon auf eine Karriere nach dem Profisport vor.

Kyra Hartan im Regen am Ufer des Shunyi Olympic Cable Park, auf einer Kunstrasenbank sitzend und ihre Schuhe bindend, neben sich ihr Wakeskate.

„Ich wollte einfach alles riskieren“ – Kyra Hartan nach ihrem WM-Titel

Sechs Tage vor ihrem 18. Geburtstag ist Kyra Hartan Weltmeisterin. Und sie war es schon, bevor sie ihren besten Run fuhr. 60,00 Punkte setzte die Fahrerin vom WWC Reitbahnsee im ersten Durchgang des Wakeskate-Finals der U18 Women – ein Wert, den an diesem Morgen keine ihrer drei Konkurrentinnen mehr erreichte. Als Victoria Vander Veken im zweiten Lauf mit 54,33 Punkten darunter blieb, stand der Titel fest, ohne dass Hartan noch einmal hätte fahren müssen. Als Letzte des Feldes ging sie trotzdem aufs Wasser: 77,33 Punkte – ihr bester je gewerteter Wakeskate-Lauf und auf die Kommastelle genau die Punktzahl, mit der Ane Armas sie 2024 in Paris auf Silber verwiesen hatte. Kurz nach dem Finale haben wir sie am Wasser getroffen.

Als Victorias zweiter Run mit 54,33 gewertet war, warst du Weltmeisterin – ohne selbst noch einmal gefahren zu sein. Wie hast du mitbekommen, dass es reicht?

Ich habe zu Nico [von Lerchenfeld, Bundestrainer] geschaut, eigentlich zu allen. Ich war ziemlich nervös – aber dann habe ich es auf Nicos Bildschirm gesehen.

Danach kam dein letzter Lauf, und zu gewinnen gab es nichts mehr. Was hast du dir für diesen Run vorgenommen?

Ich habe mich entschieden, meinen ganzen Run mit den besten Flat Tricks zu fahren, die ich kann. Das hat gut funktioniert.

Herausgekommen sind 77,33 Punkte, dein bester Wakeskate-Wert überhaupt. Was steckte drin?

Viele Flat Tricks, die ich vorher noch nie in einem Wettkampf gestanden habe. Und ich bin sehr, sehr sicher durchgefahren.

Mit exakt dieser Zahl hat Ane Armas 2024 in Paris gewonnen, du wurdest damals Zweite. Wusstest du das?

Nein, das wusste ich wirklich nicht. Das finde ich unglaublich. Jetzt kann ich sagen, dass ich nach hartem Training selbst ein gutes Level im Wakeskaten erreicht habe.

Was ist seit Paris anders geworden?

Vor allem das fokussierte Training fürs Wakeskaten. Ich bin auf einem Sportgymnasium und hatte dort damals Judo als Sportart. Inzwischen habe ich auf Wakeskaten umgestellt und konnte sehr schnell viel lernen – wenn man die ganze Anlage mit Wasserstart für sich allein hat, geht das.

Du bist als Weltranglistenerste angereist. War das Last oder Rückenwind?

Das beeinflusst mich überhaupt nicht. Für mich zählt die Leistung im Wettkampf und nicht die Weltrangliste.

Zwischen der ersten und der zweiten Fahrerin lag über eine Stunde, und es hat geregnet. Wie bleibt man da bereit?

Durch gute Ablenkung, meinen Trainer und ein kurzes Warm-up direkt vor dem Finale bin ich schnell wieder reingekommen und konnte den Fokus halten.

Victoria Vander Veken stand 2024 schon mit dir auf dem Podium. Was für ein Verhältnis habt ihr?

Außerhalb des Wassers sind wir auf jeden Fall sehr gute Freundinnen, auf dem Wasser dagegen Konkurrentinnen. Es ist gut, dass wir uns immer pushen und battlen – so wird es nie langweilig zwischen uns, und es bringt einen auch sehr weit.

Angefangen hast du als Judoka. Was davon hilft dir heute auf dem Brett?

Generell das Abrollen, wenn man auf einem Obstacle stürzt. Dann, dass man sich durchbeißt, wenn man sich wehtut, und bei Schmerzen nicht aufgibt. Und dass ich schon wusste, wie Wettkämpfe ablaufen und wie ich mich vor dem Wettkampf beruhigen kann.

In deinem IWWF-Profil steht als Lebensmotto „Risking is better than regretting“. Passt der Satz zu diesem zweiten Run?

Auf jeden Fall. Ich wollte einfach alles riskieren, alles geben und allen – auch mir selbst – beweisen, dass ich es kann und was ich draufhabe. Und ich nehme das Motto nicht nur mit aufs Wasser, sondern generell ins Leben.

Am Freitag wirst du 18, das war dein letztes U18-Finale. Was kommt jetzt?

Das weiß ich noch nicht, aber ich bin offen für alles. Ich denke, beim Wakeskaten bleibe ich erst mal.

Was möchtest du denen sagen, die zu Hause dafür kurz vor fünf Uhr morgens wach waren?

Ein ganz, ganz großes Dankeschön. Ohne meine Leute zu Hause – Familie, Freunde, Bekannte, was auch immer – würde ich jetzt nicht hier stehen, und auch nicht mit diesem Mindset und dieser Leistung. Ich weiß das unglaublich zu schätzen.

Jan-Luca Schulz in Weste und Helm am Wasser, auf dem Helm der Schriftzug seines Vereins Schloss Dankern.

„Der Finalrun bleibt geheim“ – Jan-Luca Schulz vor der Titelverteidigung

Mit 16 Jahren ist Jan-Luca Schulz einer der erfolgreichsten Nachwuchsfahrer im deutschen Aufgebot: 2022 wurde er in Thailand U14-Weltmeister, 2024 in Frankreich U18-Weltmeister. In Peking geht er als Titelverteidiger an den Start. Im Gespräch spricht der Fahrer des WWSC Schloss Dankern über die Anspannung im Team, den Unterschied zwischen fliegenden und festen Masten – und darüber, warum sein Finalrun geheim bleibt.

Eine Woche vor dem Wettkampf: Wie ist die Stimmung im Team?

Man spürt, dass alle ein bisschen nervöser werden. Die Tage bis zum Start werden weniger, und das Training wird härter. Trotzdem freut sich jeder auf nächste Woche.

Was ist im Shunyi Olympic Cable Park anders als auf deiner Heimanlage in Dankern?

Hier gibt es mehr fliegende Masten und keine festen wie in Dankern. Den Unterschied merkt man vor allem bei den Inverts. Durch mein Training der letzten Wochen am Alfsee konnte ich mich aber gut auf den Lift vorbereiten. Ich gewöhne mich daran.

Und die Hitze?

Wie sehr sie mir zusetzt, kann ich noch gar nicht sagen. Dass es deutlich wärmer ist als in Deutschland, merkt man auf jeden Fall. Wir bekommen von den Trainern viel Unterstützung, genug zu trinken und zu essen, damit wir alle fit bleiben und uns gut vorbereiten können.

Am Donnerstag hast du das Teamtraining ausgelassen, am Freitag beide Runs durchgezogen. Wie teilst du dir die Woche vor einem Wettkampf ein?

Den Donnerstag habe ich wegen schlechtem Schlaf ausgelassen, der Tag lief einfach nicht. Deshalb habe ich mir einen Tag Pause genommen, um besser zu schlafen und am Freitag wieder gut ins Training zu starten. Da konnte ich dann beide Runs sicher durchfahren. Grundsätzlich trainiere ich in den ersten Tagen jeden einzelnen Trick, danach setze ich die Durchgänge zusammen, und in den letzten drei bis vier Tagen fahre ich die Runs immer wieder durch.

Was steht in deinem Finalrun?

Dazu sage ich nichts, der Finalrun ist geheim. Wir sagen einfach: Alle sollen den Livestream schauen und uns unterstützen, dann sehen wir uns.

2022 U14-Weltmeister, 2024 U18-Weltmeister. Ist ein Titel, den man verteidigt, eher Rückenwind oder eher Druck?

Beides. Rückenwind, weil man genau weiß, was man kann und was man schon erreicht hat. Druck, weil viele darauf warten, dass man wieder abliefert und möglichst wieder auf dem Podium steht. Davon versuche ich mich aber nicht zu sehr beeinflussen zu lassen. Ich schaue vor allem auf mich und versuche, meinen Titel zu verteidigen.

Wen siehst du in der U18 als stärkste Konkurrenz?

Es sind dieses Jahr viele gute Fahrer am Start, zu viele, um sie alle zu nennen. Wenn ich drei nennen darf: Danylo „Daniel“ Kleshchar aus der Ukraine, mit dem ich in den letzten Jahren oft gemeinsam auf dem Podium stand. Dann Riccardo Bussi aus Italien, der zweimal in Folge Europameister in der U14 wurde. Und Ethan Bertogal aus Frankreich, der sich dieses Jahr noch einmal stark entwickelt hat. Ich glaube, das werden spannende Duelle in der U18.

National fährst du seit dieser Saison in der offenen Klasse und hast dort alles gewonnen. Was unterscheidet einen Open-Run von einem U18-Run?

Im Open kann ich befreiter fahren, weil ich dort noch nicht so viel gefahren bin und die Erwartungen an mich geringer sind. Ich setze mich selbst weniger unter Druck. Trotzdem finde ich die U18 meistens cooler, weil ich gerne mit Druck fahre und damit ganz gut zurechtkomme. Das sind die beiden größten Unterschiede: Im Open fahre ich freier, in der U18 hilft mir der Druck eher.

Mit Maximilian Bamler und Max Milde stehen zwei Fahrer aus den Top 5 der Weltrangliste im Team. Was nimmst du aus dem Training mit ihnen mit?

Es ist schon cool, mit Leuten wie Max Bamler und Max Milde zu fahren. Die beiden haben unheimlich viel Erfahrung und fahren auf höchstem Niveau. Es ist eine Ehre, mit ihnen zu fahren und sich gegenseitig zu pushen – so steigert man die eigene Trainingsleistung.

Erster Wettkampf 2016 in Dankern, erster Invert 2017. Wann wurde aus dem Hobby Leistungssport?

Ich habe ziemlich früh gemerkt, dass mir der Sport großen Spaß macht, dass ich meine eigenen Grenzen austesten und mich mit vielen Fahrern messen kann. Und ich habe früh gemerkt, dass mir Einzelsport mehr liegt als Mannschaftssport, weil ich mich da voll auf mich konzentrieren kann. Das liegt mir einfach. Also habe ich immer mehr trainiert, und dann ging alles ziemlich schnell.

Wie bringst du die Schule mit einem Kalender zusammen, in dem eine WM in China steht?

Das ist gar nicht so schwer, weil meine Schule mich sehr unterstützt und mich oft freistellt. Viele schreiben mir auf Instagram und schauen meine Livestreams. Das gibt mir Rückhalt, und damit fühle ich mich sehr wohl.

Seit Juni hast du selbst eine IWWF-Kampfrichterlizenz und saßt schon in einer Jury. Verändert das den Blick auf den eigenen Run?

Ja, das Judgen gibt einem einen ganz anderen Blickwinkel – die Judges bewerten einen ja selbst auch. Man achtet mehr auf die Composition, also darauf, alle Richtungen zu nutzen und von Umlenkung zu Umlenkung sauber zu fahren. Deshalb würde ich sagen: Es war eine gute Sache, die Lizenz zu machen und mit dem Judgen anzufangen. Ich kann das jedem nur empfehlen.

Was bedeutet dir die Niedersächsische Sportmedaille, die du vom Ministerpräsidenten bekommen hast?

Die Medaille ist schon eine Weile her. Trotzdem war es eine coole Erfahrung zu sehen, dass auch kleinere Sportarten geehrt werden. Mir hat es viel bedeutet, dabei sein zu dürfen. Es pusht mich weiter, gute Leistungen zu bringen und weitere solche Auszeichnungen zu bekommen.

In deinem IWWF-Profil stehen als Lieblingstrick „Dock Start“ und als Lieblingsessen „Mecces“. Willst du das aufklären?

Das stimmt tatsächlich, das steht so in meinem Profil – ist aber schon eine Weile her, dass ich das eingetragen habe. Als Lieblingstrick würde ich heute nicht mehr Dock Start sagen, sondern eher eine Inward-Line mit verschiedenen 5er-Inverts. Und beim Essen habe ich keinen einzelnen Favoriten, sondern mehrere, die mir schmecken.

Was muss passieren, damit du am 15. August zufrieden aus Peking abreist?

Natürlich würde ich gerne meinen Titel verteidigen und als Weltmeister nach Hause fahren.

Carlo Hüsing im grauen Longsleeve und Max Bamler im weißen Shirt nebeneinander auf der Rückbank des Teambusses, Carlo hält ein Ansteckmikrofon.

„Die Chinesische Mauer ist länger“ – Fanfragen im Teambus

Auf der Fahrt zum Shunyi Olympic Cable Park hat Nike Hauser das Handy gezückt und den beiden Startern der Open Men, Carlo Hüsing und Max Bamler die Fragen gestellt, die Fans dem Team geschickt hatten. Es ging um Kopfhörer und Eissorten, um Vorbilder und erste Titel – und um das Problem, wenn im Aufgebot gleich drei Max stehen.

Wie bereitet ihr euch mental auf eure Runs vor?

Carlo Hüsing: Früher immer mit Musik, und aktuell einfach: mich mit irgendwem unterhalten. Das sieht nach keiner Vorbereitung aus, aber für mich ist es entspannter.

Max Bamler: Ich mache mir einfach Kopfhörer in die Ohren, höre Musik, mache mich warm, und dann kann es losgehen.

Wie viel Eis esst ihr abends, und welche Sorte?

Carlo: Ich esse aktuell ein Eis am Abend. Schoko, und sonst gerne auch Tonkabohne.

Max: Ich esse abends momentan drei bis vier Eis, meistens Erdbeer- oder Pfirsicheis.

Eure wievielte WM ist das jetzt?

Carlo: Das ist meine zweite WM.

Max: Bei mir genauso, das ist meine zweite WM.

Wer ist euer größtes Wakeboard-Vorbild?

Carlo: Timo Kapl.

Max: Oh, das ist eine gute Frage. Ich würde sagen: Nils Ritzmann.

Was war euer größter Titel?

Carlo: Ich weiß nicht, ob ich so viele große Titel hatte, aber mein größter war Deutscher Meister.

Max: Mein größter Titel war Europameister.

Eine Frage an Max: Es gibt viele Max im Team. Wie weißt du, dass du gemeint bist?

Max: Ja, ist schwierig. Meistens gucken wir einfach alle, wenn wir gerufen werden. Oder der eine wird Maxi genannt, der andere beim Nachnamen, das funktioniert eigentlich ziemlich gut. Also: Bambli. Oder Hendrikse, der andere Max.

Was ist die Weisheit des Tages?

Carlo: Egal wie lang dein Weg ist, die Chinesische Mauer ist länger.

Max: Da bin ich raus. Mir fällt keine Weisheit ein, tatsächlich.

Was ist euer Ziel für diese WM?

Carlo: Ich will mein Bestes geben und den Run durchfahren.

Max: Auf jeden Fall den Run durchfahren, zufrieden mit sich selbst sein – und das größte Ziel: ins Finale kommen.

Die im Gespräch genannten Vorbilder: Timo Kapl, österreichischer Profi und Sieger des Red Bull Wake Capital in Hamburg, sowie Nils Ritzmann, Cable-Wakeboarder aus Düsseldorf. Und die drei Max im deutschen Aufgebot sind Maximilian Bamler, Max Milde und Max Hendrikse.

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Endstand · 10. bis 15. August 2026

Ergebnisse

Alle Platzierungen der deutschen Starterinnen und Starter sowie die Podeste der 16 Klassen. Grundlage sind der offizielle Ergebnisdienst des Veranstalters und die Team-Wertung des Weltverbandes.

3Gold
1Silber
1Bronze
5Medaillen
GoldKyra HartanU18 Women · Wakeskate77,33 Punkte
GoldJulia RickOpen Women · Wakeboard62,00 Punkte
GoldMax MildeOpen Men · Wakeboard78,67 Punkte
SilberJan-Luca SchulzU18 Men · Wakeboard79,67 Punkte
BronzeNike HauserU18 Women · Wakeboard55,00 Punkte

Nationenwertung

  1. 1.Italien12.825 Punkte
  2. 2.Deutschland9.758 Punkte
  3. 3.Thailand7.392 Punkte

Weitere deutsche Platzierungen

  • 4.Simon KamlageU18 Men · Wakeboard57,00
  • 5.Paul ZylaU14 Men · Wakeboard45,00
  • 7.Florian WeihererOpen Men · Wakeboard44,00
  • 7.Emily MengesU18 Women · Wakeboard46,67
  • 7.Laura BertramU18 Women · Wakeboard55,00
  • 7.Emily MengesOpen Women · Wakeskate25,00
  • 7.Max HendrikseU18 Men · Wakeskate25,00
  • 7.Tiara-Talisha GerthU14 Ladies · Wakeboard35,67
  • 7.Adrian AbeckO30 Men · Wakeboard40,00
  • 7.Wilfried RickO40 Men · Wakeboard25,00
  • 8.Nico von LerchenfeldOpen Men · Wakeskate30,33
  • 8.Philine DridgerU14 Ladies · Wakeboard24,33
  • 9.Maximilian BamlerOpen Men · Wakeboard64,33
  • 9.Vincent SalcherOpen Men · Wakeboard Seated68,33
  • 13.Morten HansenU18 Men · Wakeboard46,33
  • 19.Carlo HüsingOpen Men · Wakeboard47,33
  • 19.Max HendrikseU18 Men · Wakeboard40,00

Die Podeste aller Klassen

Open MenWakeboard
  1. 1Max MildeDeutschland78,67
  2. 2Gavin StuckeyUSA78,00
  3. 3Vladimir Balaevneutral (IWWF)64,67
Open WomenWakeboard
  1. 1Julia RickDeutschland62,00
  2. 2Mariella FlemmeÖsterreich53,67
  3. 3Aurelie GodetFrankreich44,67
U18 MenWakeboard
  1. 1Danylo KleshcharUkraine82,00
  2. 2Jan-Luca SchulzDeutschland79,67
  3. 3Filippo FrassonItalien70,00
U18 WomenWakeboard
  1. 1Eva Del GobboItalien64,67
  2. 2Eva RivierreFrankreich57,67
  3. 3Nike HauserDeutschland55,00
U14 MenWakeboard
  1. 1Ian SiriguItalien63,33
  2. 2George Bernard BernardThailand52,00
  3. 3Stepan Lazutinneutral (IWWF)50,00
U14 LadiesWakeboard
  1. 1Mia BezaPolen58,00
  2. 2Aleksandra Polikanovaneutral (IWWF)55,00
  3. 3Greta WinterÖsterreich50,67
O30 MenWakeboard
  1. 1Almaz SmaiylkulovKirgisistan76,33
  2. 2Fabrizio CiceraleItalien67,67
  3. 3Giorgio PieriItalien50,33
O30 WomenWakeboard
  1. 1Monique DoumaNiederlande61,33
  2. 2Mara LunaArgentinien58,00
  3. 3Paktanun KraisuwansarnThailand52,67
O40 MenWakeboard
  1. 1Volodymyr LysenkoUkraine69,33
  2. 2Anton Vostrotinneutral (IWWF)50,33
  3. 3Carlo Dela TorrePhilippinen49,50
O40 WomenWakeboard
  1. 1Ioana GonceaRumänien54,33
  2. 2Elzbieta NitszePolen50,67
  3. 3Giorgia ConcaItalien30,00
Open MenWakeboard Seated
  1. 1Bartosz Weselak (MP3)Polen70,20
  2. 2Igor Sikorski (MP3)Polen67,67
  3. 3Henry Genry Reuven Chen (MP5)Israel64,00
Open WomenWakeboard Seated
  1. 1Meije Bidault (A3)Frankreich34,00
  2. 2Michela Cialoni (MP3)Italien9,00
Open MenWakeskate
  1. 1Yohan NiliasFrankreich85,00
  2. 2Dan MilsteinIsrael64,33
  3. 3Ermanno Tomaselli MeiniItalien61,00
Open WomenWakeskate
  1. 1Telma Cester GarciaSpanien71,33
  2. 2Ane Armas SegoviaSpanien64,67
  3. 3Alysha RizwanSingapur43,33
U18 MenWakeskate
  1. 1Vojta VomackaTschechien73,00
  2. 2Harry PerfectThailand72,67
  3. 3Rani NitsanIsrael65,33
U18 WomenWakeskate
  1. 1Kyra HartanDeutschland77,33
  2. 2Victoria Vander VekenBelgien54,33
  3. 3Eva Del GobboItalien30,00

Vollständige Wertungen aller Läufe im offiziellen Ergebnisdienst: score-now.events (Wettkampfcode 26IWWF07).

Wer für Deutschland fährt

Das Team

Für die Weltmeisterschaft in Peking stehen 20 deutsche Starterinnen und Starter in den offiziellen Startlisten. Wilfried Rick war in der Klasse O40 Men Wakeboard zunächst auf der Warteliste geführt und ist nachgerückt. Grundlage sind die Teilnehmerliste (Approved Participations) im IWWF Event Management System und die Startlisten des Ergebnisdienstes. Die Altersklassen richten sich nach dem Geburtsjahr: U14 Jahrgänge 2012 bis 2015, U18 Jahrgänge 2008 bis 2015, O30 Jahrgang 1995 und älter. Die Jahrgangsspannen von U14 und U18 überschneiden sich im offiziellen Bulletin. In der Open-Klasse gibt es keine Altersgrenze. Startberechtigt ist außerdem nur, wer am 8. August 2026 mindestens elf Jahre alt ist, also vor dem 8. August 2015 geboren wurde.

Open Women

Porträt von Julia Rick

Wakeboard

Julia Rick

13× Weltmeisterin · Gold World Games 2025

Open Men

Porträt von Max Milde

Wakeboard

Max Milde

2× Weltmeister Open Men

Porträt von Florian Weiherer

Wakeboard

Florian Weiherer

Wakeboard Seated

Para-Klasse, Startklasse MP5
Porträt von Vincent Salcher

Wakeboard Seated · Open

Vincent Salcher

O30 Men

O40 Men

U18 Women

U18 Men

U14 Ladies

U14 Men

Trainer- und Betreuerteam

Nico von Lerchenfeld und Adrian Abeck gehen in Peking zusätzlich selbst an den Start.

Porträt von Nico von Lerchenfeld
Nico von LerchenfeldBundestrainer Wakeboard · Köln
Porträt von Adrian Abeck
Adrian AbeckSportpräsident Wakeboard · Trainer
Jerry FennoTrainer Wakeboard · betreibt Wakepark Triolago, Riol
Aaron ArmborstTrainer Wakeboard · betreibt die Seilbahn in Beckum
Deni MiljkovicAthletiktrainer

Für Redaktionen

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Ansprechpartner vor Ort in Peking

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Nico von Lerchenfeld

Bundestrainer Wakeboard

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Sven Leichsenring · Otto-Fleck-Schneise 12 · 60528 Frankfurt am Main

Sportpräsident Wakeboard
adrian.abeck@dwwv.de

Verband und Unterstützer

Partner

Die deutsche Cable-Wakeboard-Nationalmannschaft startet für den Deutschen Wasserski- & Wakeboard-Verband. Auf dem Weg nach Peking wird das Team von Partnern aus dem Wakeboardsport unterstützt.