Tag 5Dreimal Gold, fünf Medaillen: Deutschland beendet die WM als Zweiter der Nationenwertung
Der letzte Wettkampftag der Cable-Wakeboard-Weltmeisterschaft in Peking hat dem deutschen Team drei Weltmeistertitel gebracht. Kyra Hartan, Julia Rick und Max Milde gewannen ihre Klassen, Jan-Luca Schulz holte Silber, Nike Hauser Bronze. Fünf Medaillen an einem Tag – und am Ende Platz zwei in der Nationenwertung hinter Italien.
Den Anfang machte Kyra Hartan. Um 4:59 Uhr MESZ setzte die 17-Jährige im Wakeskate-Finale der U18 Women 77,33 Punkte und wurde Weltmeisterin – zu diesem Zeitpunkt stand ihr Titel bereits fest, weil ihre 60,00 Punkte aus dem ersten Lauf von keiner Konkurrentin überboten worden waren. Die ausführliche Meldung und ein Interview stehen weiter unten auf dieser Seite.
Die zweite Medaille holte Nike Hauser im Wakeboard der U18 Women, und sie musste dafür weit zurückkommen. Nach dem ersten Durchgang lag die Fahrerin vom Heimathafen Badesee in Düren mit 34,67 Punkten auf dem letzten Platz des sechsköpfigen Feldes. Im zweiten Durchgang eröffnete sie und steigerte sich um mehr als zwanzig Punkte auf 55,00. Danach hieß es warten: Erst als Uliana Borodina als vorletzte Starterin 1,67 Punkte darunter blieb, war Bronze sicher. Den Titel gewann Eva Del Gobbo (Italien) mit 64,67 Punkten vor Eva Rivierre (Frankreich, 57,67). Hauser hatte sich erst über den Hoffnungslauf ins Finale gefahren – dort war sie mit 60,67 Punkten die Beste aller zwölf Starterinnen gewesen.
Bei den U18 Men verpasste Titelverteidiger Jan-Luca Schulz das Gold um 2,33 Punkte. Der 16-Jährige eröffnete mit einem herausragenden ersten Lauf: 79,67 Punkte, die beste Wertung des gesamten Durchgangs. Im zweiten Durchgang konterte der Ukrainer Danylo Kleshchar mit 82,00 Punkten – ausgerechnet jener Fahrer, der 2024 in Paris hinter Schulz Zweiter geworden war. Ein Unbekannter ist Kleshchar im deutschen Wakeboard ohnehin nicht: Er trainiert an der Anlage im hessischen Marburg und ist gemeinsam mit dem deutschen Team nach Peking gereist. Als Letzter des Feldes hatte Schulz die Wahl zwischen dem sicheren Silber und dem Angriff – und ging volles Risiko auf den Titel. Der Lauf, der Gold gebracht hätte, endete im Sturz. Es bleibt Silber für den Titelverteidiger. Hoch einzuschätzen ist das Ergebnis von Simon Kamlage: Er fuhr das Finale mit einer Rückenverletzung und wurde mit 57,00 Punkten aus dem ersten Lauf Vierter der Welt. Im zweiten Durchgang stürzte auch er, zur Bronzemedaille von Filippo Frasson (Italien, 70,00) fehlten ihm 13 Punkte. Unter diesen Voraussetzungen ein sehr starkes Ergebnis.
Wie hoch das Niveau in dieser Altersklasse inzwischen ist, zeigt der Blick auf den gesamten Wettkampf: Acht der zwölf höchsten Wakeboard-Wertungen der gesamten WM stammen aus der U18 der Männer. Die absolute Bestmarke setzte Filippo Frasson mit 85,00 Punkten im Hoffnungslauf am Donnerstag.
Am Nachmittag folgte der Titel von Julia Rick. Bei den Open Women führte sie schon nach dem ersten Durchgang mit 57,67 Punkten und legte im zweiten 62,00 Punkte nach – der höchste Wert des Finales. Zweite wurde die Österreicherin Mariella Flemme mit 53,67 Punkten. Für Rick ist es der vierte WM-Titel der offenen Klasse nach 2016 in Mexiko, 2019 in Buenos Aires und 2022 in Bangkok; dazu kommt der Titel bei den Junioren 2012. In Paris war sie 2024 noch Zweite geworden.
Das letzte Finale des Tages wurde das spannendste. Max Milde fuhr bei den Open Men im ersten Durchgang als Letzter 78,67 Punkte und damit den Bestwert. Im zweiten Durchgang stürzten vier seiner fünf Konkurrenten – bis Gavin Stuckey aus den USA auf 78,00 Punkte kam. 0,67 Punkte fehlten dem Amerikaner. In dem Moment stand der Titel fest. Als letzter Starter der Weltmeisterschaft ging Milde trotzdem noch einmal aufs Wasser und stürzte. Milde wohnt in Duisburg und trainiert unter anderem in Beckum bei Teamtrainer Aaron Armborst, der die dortige Seilbahn betreibt und in Dortmund lebt. Für den 24-Jährigen ist es nach 2022 in Thailand der zweite WM-Titel der offenen Klasse; bei der WM 2024 war er Sechster geworden.
In der Nationenwertung beendet Deutschland die Weltmeisterschaft mit 9.758 Punkten auf Rang zwei hinter Italien (12.825) und vor Thailand (7.392). Zwei Jahre zuvor in Choisy-le-Roi hatte das Team ebenfalls fünf Medaillen geholt, damals aber nur einen Titel und Rang drei der Nationenwertung. Die Bilanz von Peking fällt damit deutlich besser aus: dreimal Gold, einmal Silber, einmal Bronze.
Für Redaktionen: Die vollständigen Wertungen aller Läufe sind im offiziellen Ergebnisdienst einsehbar (score-now.events, Wettkampfcode 26IWWF07). Ein Exklusivgespräch mit Max Milde, vier Tage nach dem Titel in Beckum geführt, und das Interview mit Kyra Hartan stehen im Bereich Interviews. Offizielle IWWF-Bilder des Finaltags (15. August) und der Abschlussfeier mit Team D: IWWF-Fotoalbum (Filter „8月15日“). Bildnachweis: IWWF / 2026 Shunshang Group World Cable Wakeboard & Wakeskate Championships. Weitere deutsche Fotos in der Mediathek. Druckauflösung, O-Töne und Interviewwünsche über den Pressekontakt.
- 1.Kyra HartanU18 Women Wakeskate · 77,33 Punkte – Weltmeisterin
- 1.Julia RickOpen Women Wakeboard · 62,00 Punkte – Weltmeisterin
- 1.Max MildeOpen Men Wakeboard · 78,67 Punkte – Weltmeister
- 2.Jan-Luca SchulzU18 Men Wakeboard · 79,67 Punkte – Silber, 2,33 Punkte hinter Gold
- 3.Nike HauserU18 Women Wakeboard · 55,00 Punkte – Bronze
- 4.Simon KamlageU18 Men Wakeboard · 57,00 Punkte
- 2.NationenwertungDeutschland · 9.758 Punkte hinter Italien (12.825), vor Thailand (7.392)

